Lokale Teams bringen Hilfe zu den Betroffenen
Nepal
Unsere lokalen Partner sind weiterhin in den von der Sturzflut betroffenen Gebieten im Einsatz. Hier berichten wir fortlaufend über die Hilfe vor Ort und darüber, wo Unterstützung die Menschen erreicht.
Update vom 30. September
Die Hilfe in den betroffenen Gebieten geht weiter. Unsere Partner waren erneut im Distrikt Nuwakot unterwegs und konnten diesmal insbesondere Familien aus der Dalit-Gemeinschaft sowie Schülerinnen und Schüler einer von der Flut betroffenen Schule unterstützen.
Unsere Partner in Nepal konnten die Hilfe für die von der Sturzflut betroffenen Menschen weiter ausweiten. Im Distrikt Nuwakot unterstützten sie 25 Familien aus der Dalit-Gemeinschaft, einer gesellschaftlich stark benachteiligten Bevölkerungsgruppe, die traditionell am untersten Rand des Kastensystems steht. Die Familien lebten zuvor am Ufer des Trishuli-Flusses und haben durch die Flut ihr gesamtes Hab und Gut und ihr Zuhause verloren. Sie leben derzeit in einer von unseren lokalen Partnern errichteten provisorischen Unterkunft und wurden dort mit Kochutensilien und Lebensmitteln versorgt.
Auch die nahe gelegene Sekundarschule wurde mit dringend benötigten Schulmaterialien unterstützt. Viele der Kinder kommen aus den besonders schwer betroffenen Gebieten und haben durch die Flut ihre Bücher und Schulmaterialien verloren. Für 350 Schülerinnen und Schüler wurden deshalb Pakete mit Heften, Stiften und weiteren Schulmaterialien zusammengestellt.
Die Schule selbst wurde schwer getroffen: Zwei Lehrkräfte und mehrere Schüler kamen bei der Flut ums Leben. Der Unterricht findet derzeit in eingerichteten provisorischen Räumen statt, da das eigentliche Schulgebäude als Unterkunft für Flutopfer genutzt wird.
Update vom 10. September
Bislang konnten mehr als 500 Menschen mit Lebensmitteln versorgt und über 150 Familien mit warmen Decken, Kissen und Matratzen unterstützt werden. Die Hilfe geht weiter: Unsere lokalen Teams versuchen, weiter in die schwer betroffenen Gebiete des Himalaya vorzudringen und gezielt benachteiligte und bislang übersehene Gruppen zu erreichen.
Die verheerende Sturzflut traf besonders die Distrikte Rasuwa, Nuwakot und Dhading. In den Bergregionen rissen die Wassermassen Häuser, Straßen und Brücken mit sich oder begruben sie unter Schlamm, Sand und Geröll. Zahlreiche Menschen kamen ums Leben oder werden noch vermisst, viele weitere haben ihr Zuhause und ihre Lebensgrundlage verloren. Das volle Ausmaß der Katastrophe ist weiterhin schwer abzuschätzen, da einige der am stärksten betroffenen Gebiete noch immer nur schwer erreichbar sind.
Pastor David und Pastor Chetrai (im Bild) besuchen die von der Sturzflut betroffenen Gebiete in Nepal.
Was ich sah, war weit mehr, als ich mir vorgestellt hatte“
, berichtet Pastor David nach einer Reise von Kathmandu in Richtung Rasuwa.
David berichtet von einem dreistöckigen Gebäude am Fluss, das fast vollständig unter Sand, Schlamm und Geröll begraben war – nur noch der obere Teil war zu sehen. An anderen Stellen seien Häuser so vollständig verschwunden, dass kaum noch zu erkennen sei, wo sie einmal gestanden hätten.
Auch Christen und Gemeinden sind schwer betroffen
Bereits kurz nach der Katastrophe erreichten uns Berichte über das Ausmaß der Zerstörung unter den christlichen Gemeinden: 11 Kirchengebäude wurden von den Fluten weggerissen. Nach ersten Informationen unserer Mitarbeiter vom 28. August befanden sich unter den damals Vermissten auch mehr als 300 Glaubensgeschwister.
Inzwischen erreichen uns weitere Berichte von betroffenen Christen und Gemeinden. Auf seiner Reise besuchte David einige von ihnen und hörte ihre Geschichten. Besonders erschütternd ist das Schicksal eines etwa 37-jährigen Pastors: Er hatte seinen siebenjährigen Sohn zur Schule gebracht. Währenddessen wurde sein Haus von der Flut erfasst. Seine Frau und weitere Familienangehörige kamen ums Leben.
Auch weiterhin möchten wir die betroffenen Christen und Gemeinden begleiten und über ihre Situation berichten.
Besondere Not in den Bergregionen
Besonders schwierig ist die Situation in den schwer erreichbaren Gebieten des Himalaya. Straßen und Brücken wurden zerstört, einige der am stärksten betroffenen Orte sind auf dem Landweg weiterhin kaum oder gar nicht erreichbar. Hubschrauber spielen deshalb bei der Rettung von Menschen und beim Transport dringend benötigter Hilfsgüter eine wichtige Rolle.
Nach rund fünf Stunden Fahrt von Kathmandu erreichte David eine Stelle, an der die Hauptstraße in Richtung Rasuwa vollständig weggespült worden war. Die am schwersten betroffenen Gebiete konnte er deshalb noch nicht erreichen.
Eine provisorische Ausweichroute ist zwar vorhanden, doch die Fahrt über schmale und schlammige Straßen ist äußerst schwierig. Für eine Strecke, die normalerweise etwa drei Stunden dauert, werden derzeit 10 bis 13 Stunden benötigt.
Gleichzeitig wächst der Zeitdruck: Mit dem Ende der Monsunzeit werden die Temperaturen in den Bergregionen sinken. Viele Menschen haben kein Zuhause mehr. Neben sauberem Trinkwasser und direkt verzehrbaren Lebensmitteln werden deshalb besonders Notunterkünfte, Decken, warme Kleidung sowie medizinische und Hygieneartikel benötigt.
Unter den Betroffenen ist eine etwa 80-jährige Frau, die durch die Flut drei Söhne, zwei Schwiegertöchter und vier Enkel verloren hat. Auch ihr Haus wurde vollständig zerstört. Gemeinsam mit ihrer Enkelin lebt sie nun vorübergehend in einer Schule, wo ihr besonders die Kälte zu schaffen macht. Unser Team konnte die beiden mit einer Matratze und einer warmen Decke unterstützen.
Lokale Teams weiten ihre Hilfe aus
Unsere lokalen Teams besuchen weitere betroffene Familien und Notunterkünfte, ermitteln den konkreten Bedarf und organisieren weitere Hilfsmaßnahmen.
Am 9. September konnte eines der Teams fünf Notunterkünfte in Nuwakot mit Lebensmitteln versorgen. Mehr als 500 Überlebende der Sturzflut wurden damit erreicht. In einer weiteren Region erhielten 15 Familien warme Decken.
Im Ort Belkotgadhi konnten mittlerweile zudem 150 vertriebene Familien mit Matratzen, Decken, Kissen und Bettlaken versorgt werden.
Zu Beginn unserer Hilfsaktion stand besonders die Not christlicher Familien im Mittelpunkt, zu denen unsere Partner persönliche Kontakte haben. Diese möchten wir auch weiterhin begleiten. Vor Ort wurde jedoch deutlich, dass auch viele andere Menschen dringend Unterstützung benötigen.
Deshalb haben unsere Partner ihren Ansatz erweitert: Wir möchten Menschen entsprechend ihrer Not helfen – unabhängig von ihrer religiösen oder gesellschaftlichen Zugehörigkeit. Ein besonderer Schwerpunkt liegt darauf, benachteiligte und bislang übersehene Gruppen zu erreichen.
Abgelegene Familien, kleine Siedlungen, arme Haushalte und gesellschaftlich benachteiligte Menschen können bei großen Hilfsverteilungen leichter übersehen oder bei der Verteilung von Hilfsgütern benachteiligt werden. Unsere Teams suchen deshalb gezielt nach solchen Versorgungslücken. Die entscheidende Frage, die sie sich stellen:
Wer erhält noch keine Hilfe?“
Unsere bisherige Hilfe
Dank der eingegangenen Spenden konnten unsere lokalen Teams bislang:
- mehr als 500 Menschen in fünf Notunterkünften mit Lebensmitteln versorgen,
- 15 Familien mit warmen Decken unterstützen,
- 150 Familien mit Matratzen, Decken, Kissen und Bettlaken versorgen,
- betroffene Familien und Gemeinden besuchen und ihren konkreten Hilfsbedarf ermitteln,
- weitere Hilfsmaßnahmen für schwer erreichbare und bislang unzureichend versorgte Menschen vorbereiten.
Die Hilfe geht weiter. Benötigt werden insbesondere sauberes Trinkwasser, direkt verzehrbare Lebensmittel, Notunterkünfte, Decken und warme Kleidung sowie medizinische und Hygieneartikel. Mit 20 € stellen wir ein weiteres Set aus Matratze, Decke, Kissen und Bettlaken für jemanden bereit, der sein Zuhause verloren hat.
Bitte betet für die betroffenen Familien und Gemeinden und für unsere lokalen Teams vor Ort. Vielen Dank an alle, die diese Hilfe durch ihre Spende ermöglichen.
Verwendungszweck: 80-020-00 Humanitäre Hilfe -Nepal-
Video
Hier findet ihr ein Video, welches ihr gerne im Rahmen eures Gottesdienstes zeigen könnt.